Bouvier liest...

... weil er ein musischer Nerd ist!

Monat: Juli 2018 (Seite 1 von 2)

Bouvier direkt!

„Ein Mann ist immer erst dann ein Mann, wenn er jeder Hure widerstehen kann!“

Leider weiß nicht, wem ich dieses Bonmot zuschreiben muss, aber ich habe es im Laufe meines Lebens einmal irgendwo aufgeschnappt und wurde schlagartig von seiner Tiefsinnigkeit quasi überrannt. Dieses Mini-Blog soll mir, neben meiner hobbymäßigen Lesedokumentation von schönen Klassikern der Literatur, die Möglichkeit geben, meine persönlichen Gedanken und Erfahrungen zu den Hürden und Stolpersteinen im Leben eines männlichen Humanoiden zum Besten zu geben; frei von der Leber weg und ungeschönt!

Im Laufe der Zeit erschließt sich dem geneigten Leser hoffentlich, warum ich dem eingangs erwähnten Leitsatz so viel tieferen Sinn zuschreibe; nur so viel: Es ist dem Mann nicht natürlich gegeben, glaube ich (Achtung! subjektive Darstellung), der gesamten Fülle an Versuchungen des weiblichen Geschlechts einfach so widerstehen zu können! Was ist also zu tun? Wie lernt man das? Monogamie ist heute en Vogue und inoffizieller Standard innerhalb einer Beziehung, wie also umsetzen?

Auf geht’s! 🙂

Die Mutter – Kapitel 2

Einer dieser Vorstädter ist Michail Wlassow, der mit seiner Frau und seinem Sohn Pawel in einem der kleinen Arbeiterhäuser in der Nähe der Fabrik wohnt.

Michail ist ein „mürrischer Mensch mit starkem Haarwuchs und kleinen Augen, die misstrauisch und mit ungutem, hämischen Lächeln unter dichten Brauen hervorschauten.“ Er ist grob und gewalttätig gegen alle anderen Menschen seiner Bekannschaft, inklusive seiner Familie, und hat als einzigen Gefährten einen Hund, den er zwar jeden Abend aus seiner eigenen Schüssel füttert, aber demgegenüber er sonst keinerlei Zuneigung zeigt.

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Die Mutter – Kapitel 3

Pawel lebt mit seiner Mutter nun allein in dem kleinen Arbeiterhäuschen und versucht, in die Fußstapfen seinen Vaters zu treten: „etwa vierzehn Tage nach dem Tode des Vaters kam Pawel Wlassow an einem Sonntag stark betrunken nach Hause. Taumelnd zwängte er sich auf den Ehrenplatz, schlug mit der Faust auf den Tisch, wie es der Vater getan hatte, und schrie die Mutter an: ‚Abendessen!‘“

Offensichtlich zum ersten Mal in seinem Leben betrunken lässt er sich von der zärtlichen Kraft seiner Mutter besiegen, die ihn mit Wasser und Eis zu Bett bringen will. Kurz bevor er dann entschlummern kann beantwortet er die Frage seiner Mutter, wie er sie denn als Trunkenbold ernähren wolle, mit einem trotzigen: „Alle trinken!“

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Die Mutter – Kapitel 4

„Ich möchte dich fragen“, sagte sie leise, „was du da immer liest?“

Pawel liest seit langem „verbotene Bücher. Sie sind deswegen verboten, weil sie die Wahrheit über unser Leben, das Leben der Arbeiter, sagen…“

Er führt seiner Mutter die vergangenen Arbeitsjahre vor Augen: „Du bist vierzig Jahre alt – hast du überhaupt gelebt? Der Vater hat dich geschlagen… ich verstehe jetzt, dass er an dir all seinen Kummer ausgelassen hat, den Kummer seines Lebens; der hat ihn bedrückt, aber er begriff nicht woher das kam. Er hat dreißig Jahre gearbeitet; als er anfing zu arbeiten war die Fabrik noch in zwei Gebäuden untergebracht, und jetzt sind es sieben!“ – „Was für Freuden hast du gekannt? Woran kannst du schon in deinem Leben zurückdenken?“

Der Mutter erwachen durch die feurige Rede ihres Sohnes „längst versunkene, unklare Gedanken“ und entfachen „erloschene Gefühle einer dunklen Unzufriedenheit mit dem Leben, Gedanken und Gefühle ihrer fernen Jugend.“

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Die Mutter – Kapitel 5

Eines Tages kündigt Pawel seiner Mutter an, dass er für den nächsten Sonnabend ein paar Gäste erwarte. Auf den darauf folgenden heftigen, ängstlichen Tränenausbruch der Mutter begegnet er im Ton des Vaters: „Eben an dieser Angst gehen wir alle zugrunde. Die uns kommandieren, nutzen unsere Angst aus und schüchtern uns noch mehr ein!“

Die Mutter erwidert bezeichnend: „Mein ganzes Leben habe ich in Angst zugebracht – meine Seele ist von Angst überwuchert!“

Am Sonnabend also treffen, während Pawels Abwesenheit, seine Gäste nacheinander bei der Mutter ein: Zuerst ein großer, schlacksiger Mann, ein Kleinrusse aus Kanew, der Nachodka genannt wird. Er ist bei einer inzwischen verstorbenen Pflegemutter aufgewachsen und ist noch auf der Suche nach seiner richtigen Mutter, die er bettelnd in Kiew vermutet.

Daraufhin tritt ein kleines, rundlich frisches Mädchen mit dem Namen Natascha Wassiljewna in den Raum und bei der Vorstellung des Mädchens im Hause gibt die Mutter ihren Namen mit „Pelageja Nilowna“ an.

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Die Mutter – Kapitel 6

Als die gesamte Runde sich im Raum verteilt und von der Mutter hat bewirten lassen, beginnt Natascha damit, aus einem gelben Buch zu lesen. Die Frage, die es offensichtlich an diesem Abend zu erörtern gilt, ist, warum der gemeine Mensch so schlecht ist und so schlecht lebt.

Die theoretische Herangehensweise, die das Ziel hat „alles zu wissen“ und mit dem „Licht der Vernunft“ für die sichtbar zu sein, die in dunkler Unwissenheit leben“, wird von Natascha, Pawel und dem Kleinrussen Nachodka vertreten. Im Gegensatz dazu stehen die anwesenden Fabrikarbeiter unter Wortführung Wessowschtschikows, die diese theoretische Erörterung für überflüssig halten, weil sie ja bereits wissen, wie sie heute leben wollen.

Die Einen meinen: „Wir müssen eine Brücke über den Sumpf dieses faulenden Lebens zum zukünftigen Reich der Herzensgüte schlagen!“, die Anderen hingegen: „Um uns schlagen müssen wir! Wunden zu heilen ist nicht die Zeit!“

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Das zertretene Herz

(Soundtrack zum Post: Alicia Keys – Try sleeping with a broken heart)

Sie hatte ihn verlassen, so viel stand fest. Oder jedenfalls hatte er es so zu akzeptieren. Sie lebte nun woanders. Er hatte ihr unmissverständlich klar gemacht, dass er es nicht länger etrage, wenn sie ihrem Neuen schreibe, ihm auf der Straße zu winke oder in ihrem ehemalig gemeinsamen Heim wie ein Geist herumschwirre, der in Gedanken nur seiner Verliebtheit für ihn nachhängt. Sie möge gehen und sich klar werden, was sie wollte, hatte er ihr respektvoll zu Verstehen gegeben.

So saß er nun, allein, im Halbdunkel der winterlichen Abenddämmerung auf dem Sofa, das einst Zeuge vieler liebevoller Spielereien zwischen ihnen gewesen war. Alles war ruhig, kein Knistern, kein Verkehrslärm von der Straße, nicht einmal sein eigenes Atmen konnt er hören. Die Zeit verstrich gleichgültig und zäh. Keine neue Sekunde, Minute oder Stunde hatte eine Bedeutung: Wozu auch? Was soll schon noch Neues passieren? Nichts, das er sich in seinem gebrochenem Herzen ausmalte, vermochte es, seine Einsamkeit, seine zerstörte Illusion von lebenslanger Zweisamkeit auszugleichen oder wenigstens zu lindern.

Doch plötzlich!

Durch die dunkle Stille des Raumes, schneidet sich das scharfe, respektlose Klingeln seines Telefons. Sie ruft an! Was will sie? Hat sie gespürt, wie sehr ich sie vermisse? Hat sie vielleicht erkannt, dass sie auch ohne mich nicht leben kann und will? Die bange Hoffnung und die trotzdem stärkere Angst vor noch schlimmeren Hiobsbotschaften, lassen sein Herz wie einen schweren Klotz, den man auf dünne, in der Luft hängende Styroporplatten fallen lässt, drei Etagen tiefer plumpsen. Grauenvoll! Und doch: vielleicht ist ein wenig Hoffnung doch noch gerechtfertigt…

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