(Soundtrack zum Post: Alicia Keys – Try sleeping with a broken heart)

Sie hatte ihn verlassen, so viel stand fest. Oder jedenfalls hatte er es so zu akzeptieren. Sie lebte nun woanders. Er hatte ihr unmissverständlich klar gemacht, dass er es nicht länger etrage, wenn sie ihrem Neuen schreibe, ihm auf der Straße zu winke oder in ihrem ehemalig gemeinsamen Heim wie ein Geist herumschwirre, der in Gedanken nur seiner Verliebtheit für ihn nachhängt. Sie möge gehen und sich klar werden, was sie wollte, hatte er ihr respektvoll zu Verstehen gegeben.

So saß er nun, allein, im Halbdunkel der winterlichen Abenddämmerung auf dem Sofa, das einst Zeuge vieler liebevoller Spielereien zwischen ihnen gewesen war. Alles war ruhig, kein Knistern, kein Verkehrslärm von der Straße, nicht einmal sein eigenes Atmen konnt er hören. Die Zeit verstrich gleichgültig und zäh. Keine neue Sekunde, Minute oder Stunde hatte eine Bedeutung: Wozu auch? Was soll schon noch Neues passieren? Nichts, das er sich in seinem gebrochenem Herzen ausmalte, vermochte es, seine Einsamkeit, seine zerstörte Illusion von lebenslanger Zweisamkeit auszugleichen oder wenigstens zu lindern.

Doch plötzlich!

Durch die dunkle Stille des Raumes, schneidet sich das scharfe, respektlose Klingeln seines Telefons. Sie ruft an! Was will sie? Hat sie gespürt, wie sehr ich sie vermisse? Hat sie vielleicht erkannt, dass sie auch ohne mich nicht leben kann und will? Die bange Hoffnung und die trotzdem stärkere Angst vor noch schlimmeren Hiobsbotschaften, lassen sein Herz wie einen schweren Klotz, den man auf dünne, in der Luft hängende Styroporplatten fallen lässt, drei Etagen tiefer plumpsen. Grauenvoll! Und doch: vielleicht ist ein wenig Hoffnung doch noch gerechtfertigt…

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