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... weil er ein musischer Nerd ist!

Schlagwort: Natascha Wassiljewna

Die Mutter – Kapitel 5

Eines Tages kündigt Pawel seiner Mutter an, dass er für den nächsten Sonnabend ein paar Gäste erwarte. Auf den darauf folgenden heftigen, ängstlichen Tränenausbruch der Mutter begegnet er im Ton des Vaters: „Eben an dieser Angst gehen wir alle zugrunde. Die uns kommandieren, nutzen unsere Angst aus und schüchtern uns noch mehr ein!“

Die Mutter erwidert bezeichnend: „Mein ganzes Leben habe ich in Angst zugebracht – meine Seele ist von Angst überwuchert!“

Am Sonnabend also treffen, während Pawels Abwesenheit, seine Gäste nacheinander bei der Mutter ein: Zuerst ein großer, schlacksiger Mann, ein Kleinrusse aus Kanew, der Nachodka genannt wird. Er ist bei einer inzwischen verstorbenen Pflegemutter aufgewachsen und ist noch auf der Suche nach seiner richtigen Mutter, die er bettelnd in Kiew vermutet.

Daraufhin tritt ein kleines, rundlich frisches Mädchen mit dem Namen Natascha Wassiljewna in den Raum und bei der Vorstellung des Mädchens im Hause gibt die Mutter ihren Namen mit „Pelageja Nilowna“ an.

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Die Mutter – Kapitel 6

Als die gesamte Runde sich im Raum verteilt und von der Mutter hat bewirten lassen, beginnt Natascha damit, aus einem gelben Buch zu lesen. Die Frage, die es offensichtlich an diesem Abend zu erörtern gilt, ist, warum der gemeine Mensch so schlecht ist und so schlecht lebt.

Die theoretische Herangehensweise, die das Ziel hat „alles zu wissen“ und mit dem „Licht der Vernunft“ für die sichtbar zu sein, die in dunkler Unwissenheit leben“, wird von Natascha, Pawel und dem Kleinrussen Nachodka vertreten. Im Gegensatz dazu stehen die anwesenden Fabrikarbeiter unter Wortführung Wessowschtschikows, die diese theoretische Erörterung für überflüssig halten, weil sie ja bereits wissen, wie sie heute leben wollen.

Die Einen meinen: „Wir müssen eine Brücke über den Sumpf dieses faulenden Lebens zum zukünftigen Reich der Herzensgüte schlagen!“, die Anderen hingegen: „Um uns schlagen müssen wir! Wunden zu heilen ist nicht die Zeit!“

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