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... weil er ein musischer Nerd ist!

Schlagwort: Pawel Wlassow (Seite 1 von 2)

Die Mutter – Kapitel 1

Die in diesem Kapitel folgende Beschreibung der Anfangsszene des Romans ist so detailreich und fesselnd, dass es eigentlich zu schade ist, sie nur teilweise oder verkürzt wiederzugeben. Dennoch:

Wir lernen das Leben der „Vorstädter“ kennen, denen eine Fabrik jeden Tag aufs Neue metaphorisch die „Kraft aus den Muskeln saugt“ und sie zum Feierabend wieder ausspeit, um sie in ein paar Stunden Trunkenheit zu entlassen, bevor sie sie am nächsten Morgen mit dem stechenden Schrill der Werksirene wieder zu sich ruft.

Wir befinden uns in der Hochzeit der Industrialisierung an der Wende von 19. zum 20. Jahrhundert irgendwo in einer kleinen, russischen Vorstadt:

„Tagtäglich erklangen in der rauchigen, öligen Luft über der Arbeitervorstadt die zitternden, heulenden Töne der Fabriksirene, und ihrem Ruf gehorchend, kamen aus den kleinen grauen Häusern gleich erschreckten Küchenschaben finstere Menschen auf die Straße gelaufen, die ihre Muskeln durch Schlaf nicht hatten erfrischen können.“

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Die Mutter – Kapitel 2

Einer dieser Vorstädter ist Michail Wlassow, der mit seiner Frau und seinem Sohn Pawel in einem der kleinen Arbeiterhäuser in der Nähe der Fabrik wohnt.

Michail ist ein „mürrischer Mensch mit starkem Haarwuchs und kleinen Augen, die misstrauisch und mit ungutem, hämischen Lächeln unter dichten Brauen hervorschauten.“ Er ist grob und gewalttätig gegen alle anderen Menschen seiner Bekannschaft, inklusive seiner Familie, und hat als einzigen Gefährten einen Hund, den er zwar jeden Abend aus seiner eigenen Schüssel füttert, aber demgegenüber er sonst keinerlei Zuneigung zeigt.

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Die Mutter – Kapitel 3

Pawel lebt mit seiner Mutter nun allein in dem kleinen Arbeiterhäuschen und versucht, in die Fußstapfen seinen Vaters zu treten: „etwa vierzehn Tage nach dem Tode des Vaters kam Pawel Wlassow an einem Sonntag stark betrunken nach Hause. Taumelnd zwängte er sich auf den Ehrenplatz, schlug mit der Faust auf den Tisch, wie es der Vater getan hatte, und schrie die Mutter an: ‚Abendessen!‘“

Offensichtlich zum ersten Mal in seinem Leben betrunken lässt er sich von der zärtlichen Kraft seiner Mutter besiegen, die ihn mit Wasser und Eis zu Bett bringen will. Kurz bevor er dann entschlummern kann beantwortet er die Frage seiner Mutter, wie er sie denn als Trunkenbold ernähren wolle, mit einem trotzigen: „Alle trinken!“

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Die Mutter – Kapitel 4

„Ich möchte dich fragen“, sagte sie leise, „was du da immer liest?“

Pawel liest seit langem „verbotene Bücher. Sie sind deswegen verboten, weil sie die Wahrheit über unser Leben, das Leben der Arbeiter, sagen…“

Er führt seiner Mutter die vergangenen Arbeitsjahre vor Augen: „Du bist vierzig Jahre alt – hast du überhaupt gelebt? Der Vater hat dich geschlagen… ich verstehe jetzt, dass er an dir all seinen Kummer ausgelassen hat, den Kummer seines Lebens; der hat ihn bedrückt, aber er begriff nicht woher das kam. Er hat dreißig Jahre gearbeitet; als er anfing zu arbeiten war die Fabrik noch in zwei Gebäuden untergebracht, und jetzt sind es sieben!“ – „Was für Freuden hast du gekannt? Woran kannst du schon in deinem Leben zurückdenken?“

Der Mutter erwachen durch die feurige Rede ihres Sohnes „längst versunkene, unklare Gedanken“ und entfachen „erloschene Gefühle einer dunklen Unzufriedenheit mit dem Leben, Gedanken und Gefühle ihrer fernen Jugend.“

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Die Mutter – Kapitel 5

Eines Tages kündigt Pawel seiner Mutter an, dass er für den nächsten Sonnabend ein paar Gäste erwarte. Auf den darauf folgenden heftigen, ängstlichen Tränenausbruch der Mutter begegnet er im Ton des Vaters: „Eben an dieser Angst gehen wir alle zugrunde. Die uns kommandieren, nutzen unsere Angst aus und schüchtern uns noch mehr ein!“

Die Mutter erwidert bezeichnend: „Mein ganzes Leben habe ich in Angst zugebracht – meine Seele ist von Angst überwuchert!“

Am Sonnabend also treffen, während Pawels Abwesenheit, seine Gäste nacheinander bei der Mutter ein: Zuerst ein großer, schlacksiger Mann, ein Kleinrusse aus Kanew, der Nachodka genannt wird. Er ist bei einer inzwischen verstorbenen Pflegemutter aufgewachsen und ist noch auf der Suche nach seiner richtigen Mutter, die er bettelnd in Kiew vermutet.

Daraufhin tritt ein kleines, rundlich frisches Mädchen mit dem Namen Natascha Wassiljewna in den Raum und bei der Vorstellung des Mädchens im Hause gibt die Mutter ihren Namen mit „Pelageja Nilowna“ an.

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Die Mutter – Kapitel 6

Als die gesamte Runde sich im Raum verteilt und von der Mutter hat bewirten lassen, beginnt Natascha damit, aus einem gelben Buch zu lesen. Die Frage, die es offensichtlich an diesem Abend zu erörtern gilt, ist, warum der gemeine Mensch so schlecht ist und so schlecht lebt.

Die theoretische Herangehensweise, die das Ziel hat „alles zu wissen“ und mit dem „Licht der Vernunft“ für die sichtbar zu sein, die in dunkler Unwissenheit leben“, wird von Natascha, Pawel und dem Kleinrussen Nachodka vertreten. Im Gegensatz dazu stehen die anwesenden Fabrikarbeiter unter Wortführung Wessowschtschikows, die diese theoretische Erörterung für überflüssig halten, weil sie ja bereits wissen, wie sie heute leben wollen.

Die Einen meinen: „Wir müssen eine Brücke über den Sumpf dieses faulenden Lebens zum zukünftigen Reich der Herzensgüte schlagen!“, die Anderen hingegen: „Um uns schlagen müssen wir! Wunden zu heilen ist nicht die Zeit!“

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Die Mutter – Kapitel 7

Diese sonnabendlichen Zusammenkünfte werden allmählich zur Routine der Beteiligten und „jedes Zusammensein glich einer Stufe auf einer langen, schrägen Leiter, die irgendwohin in die Ferne führte und die Menschen langsam emportrug.“

Über Natascha erfahren wir, dass ihr Vater und Bruder sehr rohe Menschen sind und ihre Schwester unglücklich mit einem älteren Mann verheiratet ist. Ihre Mutter scheint der Wlassowa sehr ähnlich zu sein, denn sie lebt ebenfalls in ständiger Angst vor allem.

Pawel entwickelt sich während dieser Treffen zu einem leidenschaftlichen Redner, der Mutter fällt dabei auf, dass er jedoch gegenüber Natascha milder und freundlicher ist.

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